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Jodmangel kann tödlich sein !

„Jod? – Sind wir nicht eh schon alle überjodiert?“ – fragen uns unsere Patienten häufig, wenn wir sie auf dieses Spurenelement ansprechen. Oft hören wir auch: „Jod meide ich, weil mein Arzt es mir verboten hat, denn ich leide an Hashimoto Thyreoiditis.“

Gehören Sie auch zu den Jod-Vermeidern? Dann sollten Sie weiterlesen, denn diese Vermeidung kann Ihre Gesundheit kosten. Vor allem wenn Sie eine Frau sind – denn Jodmangel ist ein wissenschaftlich anerkannte Risikofaktor für gut- und bösartige Brusterkrankungen (Brustkrebs).

„Dann werde ich mal meinen Gynäkologen fragen!“ – denken Sie sich vielleicht. Sie werden überrascht sein, dass er wahrscheinlich von diesem Zusammenhang noch nie etwas gehört hat.

Das (heilsame) Wissen um Jod und seine immense Bedeutung für die Brustgesundheit ist seit mehr als 50 Jahren eingeschlossen in den Elfenbeintürmen der Wissenschaft und hat die Medizin auch bis heute leider nicht erreicht.

Jod – das Element mit einer tragischen Geschichte

Im Jahre 1895 entdeckte der deutsche Chemiker Eugen Baumann Jod in menschlichem Schilddrüsengewebe – eine Sensation! Es war zu diesem Zeitpunkt zwar schon seit über 80 Jahren als chemisches Element bekannt und aus der Erfahrungsmedizin wusste man auch, dass Jod eine große Rolle im menschlichen Körper spielte. Vor allem eben auch in der Schilddrüse, aber erst Baumann wies das organisch gebundene Jod im menschlichen Schilddrüsengewebe nach. Kurz nach seiner Entdeckung starb er. Außer Baumann interessierte sich zu dieser Zeit kaum einer für Jod und so wurde quasi übersehen, dass es nicht nur für die Schilddrüse essentiell ist, sondern auch in vielen anderen Organen eine entscheidende Rolle spielt.

Bis heute (mehr als 100 Jahre nach der Entdeckung Baumanns!) hält sich unter 99% aller Ärzten und Wissenschaftlern die Auffassung, die Schilddrüse sei das einzige Organ im menschlichen Körper, welches Jod benötigt.

Dabei konnten bereits in den 1920ger Jahren Forscher der Universität Jena Jod in vielen Organen nachweisen, vor allem im Brustgewebe der Frau, Eierstöcken, Gehirn und Nebennieren. Diese Forschungen liefen allerdings ins Leere und wurden nicht weiter beachtet.

Einige wenige Forscher in Deutschland, Indien, Italien, USA und Mexiko, widmen sich – unbemerkt von der Öffentlichkeit und medialer Berichterstattung – der weiteren Erkundung von Jod. Daher wissen wir, dass viele Organzellen im Körper spezielle Jod-Transportmechanismen (so genannte Natrium-Jodid-Symporter) besitzen, mit denen sie das Jod in ihr Inneres hineinpumpen.

Neben den Schilddrüsenzellen besitzen vor allem folgende Organe entsprechende Systeme:

  • Magen-Darm-Trakt

  • Eierstöcke

  • Prostata

  • Teile des Gehirns

  • Speicheldrüsen

  • Nebennieren

  • und besonders die Brustdrüsen

Bereits in den 1960ger Jahren gab es erste wissenschaftliche Forschungen zu Jodmangel und dem Auftreten von fibrozystischer Mastopathie (einer gutartigen Brusterkrankung), sowie Brustkrebs.

In den letzten Jahren haben die Jod-Forscher in Mexiko, Indien, USA und auch in Deutschland mehrfach nachweisen können, dass Jodmangel ein Risikofaktor für Brustkrebs ist, aber auch dass Jod in hohen Dosen einen stark hemmenden Effekt auf das Wachstum von verschiedenen Brustkrebszellen hat.

Hier für Sie eine kleine Auswahl an Studien die sich mit dem Thema Jod und Brustzellen befassen:

  • 1967: Jodmangel führt bei Ratten zu verändertem Brustzellengewebe (Dysplasie). Es gibt einen statistischen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Brusterkrankungen.

  • 1976: Jodmangel erhöht das Risiko für Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs

  • 1977: Jod spielt eine große Rolle bei der Gesunderhaltung der Brust

  • 1979: Jodmangel mit Östrogenen behandelten Ratten führt zu Zellveränderungen der Brust

  • 1983: Jod ist ein wichtiger Faktor bei der Gesunderhaltung der Brust

  • 1997: Der Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Schilddrüsenerkrankungen wird statistisch erneut bestätigt

  • 2001: Die Rolle der Jodlipide bei der Erhaltung der Brustgesundheit wird beschrieben

  • 2005 : Molekulares Jod sollte in die Brustkrebstherapie mit eingebunden werden

  • 2016: Jod und seine Verbindungen helfen bei verschiedenen Brustkrebsformen sowie anderen Tumorzellen indem Jod das Wachstum von Tumorzellen hemmt.

Wer sich an seinen Chemieunterricht in der Mittelstufe erinnert, weiss: Jod ist ein essentielles Spurenelement. Das bedeutet, wir müssen es regelmäßig mit der Nahrung zu uns nehmen; der Körper besitzt nicht die Fähigkeit es selbst herstellen. Im Periodensystem der Elemente ist es in der siebten Hauptgruppe der Halogene zu finden gemeinsam mit seinen chemischen Verwandten Chrom, Fluor, Brom und Astat. In der Natur findet man Jod fast ausschließlich in gebundener Form eines Salzes an, z. B. als Kaliumjodid oder Natriumjodid. Jod ist somit ein reiner Stoff der Natur und muss nicht künstlich geschaffen werden. Es gibt auch kein natürliches oder künstliches Jod. Jod ist Jod, genauso wie Zink einfach nur Zink ist. Das Jod bzw. Kaliumjodat in unserem Speisesalz stammt aus dem Salpeterabbau aus Chile und nicht wie oft behauptet wird aus radioaktiven Industrieabfällen.

Sind Sie ausreichend mit Jod versorgt?

Um von Jod profitieren zu können, müssen Ihre Zellen ausreichend Jod zur Verfügung haben. Da Jod ein essentielles Spurenelement ist, müssen Sie Jod mit der Nahrung zuführen. Ihr Körper kann es nicht selbst herstellen.

Der Jodbedarf für die Gesundheit der Schilddrüse liegt gemäß der WHO (World Health Organisation) und DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) für einen Erwachsenen bei 200 mcg pro Tag. Diese Menge schaffen viele Menschen nicht mit einer normalen Ernährung aufzunehmen.

Jod kommt in unseren Böden so gut wie nicht mehr vor, allenfalls in sehr geringen Mengen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch mehrere Eiszeiten die Böden so gewaschen wurden, dass das Jod heraus ins Meer gespült wurde, ähnlich wie Selen. Daher sind die Jodvorkommen im Meer, vor allem in Salzwasser-Algen und Meeresfrüchten am höchsten.

Wir haben hier für Sie die TOP 10 der Jodlieferanten zusammengestellt. Jeder Lieferant hat eine Menge von mehr als 100 mcg Jod pro 100 mg in sich:

  1. Kabeljau

  2. Scholle

  3. Krabben

  4. Seelachs

  5. Shrimps

  6. Hummer

  7. Jakobsmuscheln

  8. Meeresalgen

  9. Miesmuscheln

  10. Wildlachs

Wenn Sie sich die Liste ansehen, werden Sie feststellen, dass der Jodbedarf für die Schilddrüse über eine normale (durchschnittliche westliche) Ernährung kaum zu decken ist – es sei denn Sie sind ausgesprochener Fischliebhaber. Wenn Sie sich also nicht bewusst maritim ernähren, werden Sie die geforderte Mindestmenge an Jod nie zu sich nehmen.

Die Problematik von jodiertem Speisesalz

Uns ist bewusst, dass gerade in naturheilkundlichen Kreisen die Jodierung von Speisesalz kritisiert wird. Wer Zweifel an der Wirkung oder Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme hat, möge sich bitte alte Filmaufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert anschauen – nur dann wird er verstehen, warum die Schweiz im Jahre 1926 die Jodierung von Speisesalz eingeführt hat. Denn gerade in der Schweiz, in Österreich und Teilen Süddeutschlands war der Kretinismus weit verbreitet. Diese Art geistiger Behinderung als Folge einer angeborenen jodmangelbedingten Hypothyreose sowie die Kröpfe dieser Zeit sind heutzutage quasi ausgestorben, dennoch halten sich jodbedingte Schilddrüsenerkrankungen auf hohem Niveau (Schilddrüsenunterfunktion, Kropf, kalte Knoten). Die Jodisierung eines Lebensmittels, das jeder Haushalt benutzt, konnte viel Leid verhindern helfen, denn der Kretinismus gilt seit Ende der 1930ger Jahren in der Schweiz als ausgestorben.

Aber wieviel Jod nehmen wir wirklich zu uns durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz? Nun – wenn wir unseren gesamten Salzkonsum von ca. 6 g Salz pro Tag nur durch Jodsalz zu uns nähmen, würden wir ca. 100 mcg Jod zu uns nehmen.

Untersuchungen zeigen aber, dass die Verbraucher eher weniger jodiertes Speisesalz einkaufen. Gerade gesundheitsbewusste Menschen greifen oft zu „natürlichem“ Meersalz, das allerdings fast kein Jod enthält.

Auch Großküchen und Kantinen setzen nicht immer durchweg Jodsalz ein.

Das Jod im Speisesalz in Europa ist eine stabile Kalium-Jod-Verbindung. Da Jod selbst flüchtig ist, wird es in Form von Kalium-Jodat dem Speisesalz hinzugefügt. Durch Hitze wird es allerdings schnell zerstört.

Sie sehen, dass Jodsalz schwerste Jodmangelerkrankungen verhindern kann, sich aber nicht für eine ausgewogene Jodversorgung ALLER jodverbrauchenden Organe eignet.

Das Jod in europäischen Speisesalzen stammt fast ausschließlich aus dem Salpeterabbau aus Chile und nicht – wie es auch oft heißt – aus radioaktiven, medizinischen Abfällen.

Der Unfug mit fluoridiertem Speisesalz

Jod ist ein Halogen und steht mit seinen chemischen Geschwistern Fluorid, Bromid, Chlor und Astat in derselben Hauptgruppe im Periodensystem der Elemente. Wie wir oben beschrieben haben, benötigt Jod – um in die Zelle zu gelangen – einen funktionierenden Natrium-Jodid-Symporter. Bei Anwesenheit von Fluorid (und auch Bromid) kann der Symporter durch diese Halogene blockiert werden und Jod gelangt nicht in die Zelle.

Von den Japanern lernen – jodbewusste Ernährung

Die von der WHO und DGE empfohlenen 200 mcg Jod pro Tag gelten wohlgemerkt als Richtlinie zur Verhinderung von Schilddrüsenerkrankungen. Um aber den gesamten Bedarf des Körpers zu decken, müssen wir von einem erheblich höheren Tagesbedarf ausgehen.

Werfen wir doch einen Blick nach Japan. Die Menschen dort haben die höchste Jodaufnahme pro Kopf, denn ihre Nahrung besteht vor allem aus Meeresalgen, Fisch und Meeresfrüchten. Durch diese Komposition der Lebensmittel kommen Japaner mitunter auf mehrere mg Jod (einige Quellen sprechen von bis zu 13 mg) pro Tag.

Gleichzeitig sind die Japaner trotz der Einflüsse des modernen Lebensstil, der auch in Japan nicht Halt gemacht hat, statistisch gesehen immer noch das gesündeste Volk mit der höchsten Lebenserwartung und der niedrigsten Krebsrate für viele Tumorarten. Darunter fällt insbesondere Brustkrebs, welches äußerst selten bei japanischen Frauen vorkommt. Verlegen sie ihren Wohnort jedoch in die USA – wie eine Migrationsstudie zeigte – und ernähren sich dann entsprechend „westlich“, erkranken sie nach einem gewissen Zeitraum genauso häufig wie amerikanische Frauen an Brustkrebs. Gerade für die Brust scheint eine jodreiche Ernährung jedoch besonders hilfreich zu sein. Die Studien zu Jod und Brustkrebs haben zudem gezeigt, dass erst eine tägliche Aufnahme im mg-Bereich (ca. 3-6 mg/Tag) eine Wirkung zeigt.

Joddiagnostik

Zurück zur optimalen Jodversorgung. Um herauszufinden, ob die tägliche Jodaufnahme für die Versorgung des gesamten Körpers ausreichend ist, gibt es den sogenannten Jodsättigungstest.

Dieser eignet sich besser als der herkömmliche Jodtest im Morgenurin, der nur den Bedarf der Schilddrüse als Referenzbereich abdeckt.

Der neue Test wurde von amerikanischen Ärzten Dr. Guy Abraham und Dr. David Brownstein entwickelt. Mittlerweile bieten auch einige Labore in Deutschland diesen Test an.

Dem Test liegt die Annahme zugrunde, dass der Gesamtkörperjodgehalt eines Erwachsenen bei ca. 50 mg liegt. Zur Testdurchführung werden daher 50 mg Jod (in Form der Lugolschen Lösung flüssig oder in Tablettenform) oral verabreicht. Nach Einnahme wird der Urin des Patienten über 24 Stunden in einem Sammelbehälter gesammelt. Aus der Sammelurinmenge wird eine Probe von ca.10 ml entnommen und an das Labor geschickt. Dieses untersucht die Urinprobe auf ihren Jodgehalt. Anhand des Resultats lässt sich ableiten, inwieweit der Körper mit dem Spurenelement Jod versorgt ist. Ist ein Körper mit Jo